Chronik

Gedenktage, Ereignisse, Geburtstage, Todestage

… - passend zum 120-jährigen Jubiläum - schlägt die Bibliothek ein neues Kapitel in ihrer bewegten Geschichte auf. Nach etlichen Umzügen findet die Bibliothek in der Köflach-Passage ihre neue Heimat und eröffnete am 9. Februar. Zum neuen Standort gibt es auch einen neuen Namen, aus der Bibliothek im Kunsthaus wird die Bezirksbibliothek Lipizzanerheimat.

… wurde im Zuge der Landesausstellung „Mythos Pferd“ das Neubauerhaus von der Stadtgemeinde Köflach angekauft und als Kunsthaus Köflach zu einem modernen Ausstellungsort umgebaut. Ausstellungen von Gottfried Kumpf, Hermann Nitsch und Manfred Deix wurden im Eröffnungsjahr gezeigt. Seitdem bietet das Kunsthaus Köflach Jahr für Jahr ein reichhaltiges Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm.

… fand am 14. Juni die Grundsteinlegung der Therme NOVA mit Kardinal Franz König statt.

  • … am 1. März nahm der Bürgermeister auf den Zigöllergründen mit einem Vertreter der Siedlungsgenossenschaft „ennstal“ den Spatenstich zur Errichtung einer Wohnanlage mit 350 Wohnungen vor. Der Akt zählt zu den Bemühungen der Stadthoheit, Lebensraum zu schaffen und zu verbessern.
  • … feierte am 22. April Kanonikus Franz Narnhofer, Stadtpfarrer zu St. Magdalena, in Konzelebration mit 13 Amtsbrüdern in einem Festgottesdienst vor einer unübersehbaren Schar von Gläubigen und Gratulanten sein 50jähriges Priestertum.
  • … wurde am 1. Juni in der Judenburgerstraße der erste Bauernmarkt eröffnet. Seit einigen Jahren vermarkteten Landwirte ihre Eigenerzeugnisse in Köflach auf behelfsmäßige Weise auf verschiedenen Plätzen. Mit der Einrichtung der Fußgängerzone konnte der Freiverkauf von Nahrungsmitteln aus den Autoabgasbereichen in die Fußgängerzone verlegt werden.
  • … war der 6. Juli nicht nur für die Gemeinde Rosental, sondern für die gesamte Weststeiermark ein denkwürdiger Tag. Um 12 Uhr wurde im Bergbau Karlschacht-Grube der letzte Hunt mit Kohle nach Obertag befördert. Ein Kapitel steirischer Arbeiter- und Industriegeschichte ging mit diesem Akt zu Ende.
  • Während die GKB in Rosental den letzten steirischen Untertagebau stilllegte, gab sie im westlichen Revier den Badesee der „Freizeitinsel Piberstein“ für einen probeweisen Badebetrieb frei.
  • … in der ersten Novemberhälfte legte das Stadtmuseum in der Alois-Geißler-Straße auf dem Besitz der Familie Konrad während einer archäologischen Grabung Spuren frei, die den Schluss auf einen Siedlungsplatz zulassen, der im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christi zur Zeit der römischen Verwaltung von einer bodenständigen Bevölkerung benützt worden war.
  • … seit dem 1. Jänner nimmt sich der Wirtschaftshof der Stadt der Entwicklung einer geordneten Trennung von Müll und der Zuführung von Altstoffen zur Wiederverwertung an. Der erste Schritt war die Aufstellung von eigenen Altpapierbehältern an allen Straßen und Plätzen und die Einrichtung von Sammelstellen für Sonderabfall beim Wirtschaftshof.
  • … stand das Magdalenafst in diesem Jahr unter dem Gedenken „340 Jahre Kirche in Köflach“. Die Erinnerung galt der Vollendung des Kirchenbaues im Jahre 1649 (siehe Seite 45). Die Feierlichkeiten erstreckten sich vom 20. zum 23. Juli. Sie umfassten ein Heldengedenken, ein religiöses Weihespiel, eine Primizmesse und ein feierliches Hochamt, vom Abt des Stiftes St. Lambrecht zelebriert. Zum profanen Teil des Patroziniums, dem Magdalena-Kirtag, strömten trotz oder eben wegen des sich umgestaltenden Stadtbildes Tausende von Besuchern herbei. Seine Wiederholung und seine steigende Anzeihungskraft verdankt der Markttag dem guten organisatorischen Zusammenwirken von Stadtverwaltung und Interessensge-meinschaft der Köflacher Wirtschaftstreibenden.
  • … am 14. August stattete die britische Premierministerin Margaret Thatcher während eines Österreichurlaubs dem Bundesgestüt einen Besuch ab. Während der Gestütsbesuch der englischen Königin Elisabeth im Jahre 1969 noch von großem Zeremoniell begleitet war, wurde die „Eiserne Lady“ von rund hundert Bewachern abgeschirmt durch das Gestüt geleitet. Der Besuchstag fiel mit dem 20. Jahrestag der Entsendung britischer Truppen in den nordirischen Unruheherd zusammen. Man befürchtete, dass der Arm der Widerstandsbewegung IRA auch in die Steiermark reichen könnte.
  • … im Oktober und November gelang es dem Stadtmuseum, auf den Äckern der Pichlinger Wanne die Steineinbauten von drei Hügelgräbern aus der Römerzeit freizulegen. Die Fundstelle wurde vom Leiter der Abteilung für Vor- und Frühgeschichte am Joanneum Graz begutachtet und als weiterer Hinweis auf den Bestand einer römerzeitlichen Siedlung in Oberpichling angesehen.
  • … hatte der Bürgermeister für den 7. Dezember zur Feier der 50. Wiederkehr der Erhebung von Köflach zur Stadt in das Franz-Zwanzger-Volksheim geladen. Am 24. September 1939 sollte die erste Stadterhebungsfeier mit großem Gepränge veranstaltet werden. Die Absicht fiel den Zwängen der Kriegswirtschaft zum Opfer. Das Festgeschenk, das sich Köflach zur 50. Wiederkehr dieses Gedenktages bereitete, war kein Volksfest mit historischem Umzug, sondern das Stadterneuerungskonzept, durch das dem dörflichen Charakter des alten Marktes ein städtisches Antlitz gegeben werden konnte. Den 50. Jahrestag der Stadterhebung nahm der Bürgermeister zum Anlass, neunzehn Persönlichkeiten, die sich in der unmittelbaren Vergangenheit um das Gedeihen des Gemeinwesens Verdienste erworben hatten, mit dem Ehrenring, beziehungsweise mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt öffentlich auszuzeichnen.

… brach Anfang Februar eine Virusseuche im Lipizzanergestüt aus, der 8 Stuten und 31 Fohlen zum Opfer fielen.

… fand vom 1. bis 3. Juli der 99. Landesfeuerwehrtag und der 99. Feuerwehrleistungsbewerb in Köflach statt. Zu diesem Anlass wurde auch das 110. Bestandsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Köflach begangen. 1873 stellte der Bergverwalter und spätere Bürgermeister Franz Kautschitsch die Aufforderung eine Freiwillige Feuerwehr zu begründen in den Raum. Ein Jahr später, 1874, erfolgte dann der formelle Gründungsakt.

… feierte der Musikverein „Gestüt Piber“ sein 50-jähriges Jubiläum.

… regt sich seit Jänner wieder neues Leben in den ehemaligen Juniorwerken. Durch einen Pachtvertrag mit der Landesregierung wurden die seit 1975 leerstehenden Hallen von der Triumph-Fahrradindustrie GesmbH&Co.KG übernommen und im März in kleinem Umfang die Produktion von Fahrradteilen begonnen. Mit diesem Anfang ist die Hoffnung verbunden, dass viele Köflacher Pendler wieder im eigenen Wohnort einen Arbeitsplatz finden werden.

… stellte die GKB Ende Jänner ihren neuen „Roten Blitz“ der Öffentlichkeit im Rahmen einer Feier vor, die mit einer Probefahrt für die Ehrengäste verbunden war. Jeder der fünf neuen dieselelektrischen Doppeltriebwagen der Serie VT 70 ist 30 m lang, hat 114 Sitz- und 108 Stehplätze, wiegt 54 Tonnen, kann eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreichen und gleitet doch sehr ruhig dahin. Sie wurden mit Inkrafttreten des neuen Fahrplanes auf den Strecken Graz-Köflach und Graz-Wies mit drei Kursen in den Dienst gestellt.

… fasste der Gemeinderat Köflach auf Antrag des Bürgermeisters in seiner Sitzung am 6. Juli den einstimmigen Beschluss, einen Hauptschulzubau zu errichten, um die fast unerträglich gewordene Schulraumnot zu bewältigen.

… öffnete die Volksbank Köflach, das älteste Bankinstitut unserer Stadt, am 16. Oktober zur Feier ihres 70jährigen Bestehens, in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens die Tore ihres großzügig erweiterten, vergrößerten und zweckmäßig neugestalteten Bankgebäudes in der Kärntnerstraße.

  • … kurz nach Jahresbeginn konnte Bürgermeister Brunnegger als erste freundliche Amtshandlung den 400.000. Besucher des Köflacher Hallenbades willkommen heißen. Es war dies eine Köflacher Hausfrau, die seit der Eröffnung mit ihrer ganzen Familie wöchentlich dreimal das Bad besucht. Als Erinnerungsgabe bekam sie einen wohlgefüllten Geschenkkorb.
  • … teilte Bürgermeister Brunnegger bei der 10. Jahreshauptversammlung des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereines im Jänner mit, dass die Stadtgemeinde demnächst das Wohnhaus unseres Dichterarztes Hans Kloepfer in der Bahnhofstraße kaufen werde. Nach einem in Etappen durchgeführten Ausbau soll in diesem Haus die Stadtbücherei, ein Leseraum und außerdem ein Bergbaumuseum untergebracht werden, da Dr. Kloepfer 50 Jahre Werksarzt in Köflach war. Das an das Haus angrenzende Grundstück wird in eine Parkanlage umgewandelt werden, in der auch das Kloepferdenkmal einen neuen Ehrenplatz einnehmen soll.
  • … am 26. September nahm die Sportgeräte GmbH., weltweit als Herstellerfirma der Koflach-Skischuhe bekannt, ihre neu errichtete Produktionsstätte mit einem großen Festakt und im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens offiziell in Betrieb. Damit konnte der in den letzten Jahren schon fast nicht mehr zu bewältigende Raummangel behoben, und den rund 350 Beschäftigten modernst gestaltete Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden.
  • … war der 24. Oktober ein echter Festtag für 117 Pichlinger Kinder, der Tag, an dem der neue, lang ersehnte Kindergarten in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und Hunderter Köflacher feierlich eröffnet wurde. Nach sorgfältiger Planung und eingehender Beratung wurde er in einjähriger Bauzeit errichtet und steht nun als eine der schönsten Einrichtungen dieser Art der Kindergartenjugend zur Verfügung, die fröhlich singend in ihr neues Heim einzog.

… ging der langjährige Wunsch der Köflacher:innen nach einem eigenen Hallenbad in Erfüllung. Nach der Eröffnung stand es der Bevölkerung vier Wochen lang gratis zur Verfügung.

… konnte im Mai mit dem von der Stadtgemeinde schon länger geplanten Großvorhaben, dem Bau einer Wasserleitung zur Erschließung der Sallaquellen und der Hemmerquelle begonnen werden, um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung mit bestem Quellwasser sicherzustellen.

… brach am 13. Juli in den Juniorwerken ein Großbrand aus, dem das Fabriksgebäude zum Opfer fiel. Einige der wichtigsten Arbeitsmaschinen konnten durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren gerettet werden. Der angerichtete Schaden ging in die Millionen, doch gab es glücklicherweise weder Tote noch Verletzte, weil die Arbeiter und die meisten Angestellten die Fabrik bereits verlassen hatten. Ein halbes Jahr später wurde die Produktion wieder in vollem Umfang aufgenommen.

... wurde am 1. Jänner die Expositur Köflach das selbständige „Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Köflach“.

… Staatsbesuch in Köflach-Piber: Königin Elisabeth II. von England, bekannt als große Pferdefreundin, besichtigte anlässlich ihres Staatsbesuchen in Österreich am 9. Mai in Begleitung ihres Gemahls Prinz Philipp und ihrer Tochter Prinzessin Anne das Lipizzanergestüt. Die edlen Pferde und die verschiedenen Vorführungen beeindruckten sie ebenso wie die andern hohen Gäste.

... im Sommer wurde der „Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Köflach“ gegründet. Er begann sofort mit einer intensiven Werbung in Wort und Bild für „Köflach, die Stadt der Lipizzaner“, den „einzigen Ort in Europa, wo mitten in der Stadt Störche nisten und in den nahen Felswänden Gämsen leben“. Der rührige Verein errichtete das Fitnesszentrum am Dechantteich und startete die Köflacher Wandertage und den „Köflacher Radfahrtag“, die sich von Jahr zu Jahr bei jung und alt immer größerer Beliebtheit erfreuen.

… am 11. Oktober stattete Bundespräsident Franz Jonas dem Gestüt Piber einen Besuch ab. Zwei Musikkapellen und mehrere hundert Weststeirer bereiteten dem Staatsoberhaupt in Piber einen überaus herzlichen Empfang.

… wurde der „Bohmannsaal“ als Festsaal aufgelassen. Drei verschiedene Kleiderfabriken richteten hier kurzfristig nacheinander Zweitbetriebe ein. Der Gemeinderat beschloss den Bau einer Mehrzweckhalle und eines neuen Rathauses bzw. Stadtamtes.

… musste ein Wahrzeichen von Köflach, das uralte Schotthaus (ehemals „Zapfelhof“), dem immer stärker werdenden Durchzugsverkehr weichen. Der Gemeinderat beschloss, an der Stelle des abgetragenen Schotthauses in Verbindung mit einem Teil des Schulhofes eine schöne Parkanlage als Beitrag zum „Erzherzog-Johann-Jahr“ zu schaffen.

… besuchte die Sing- und Spielgruppe Köflach auf ihrer großen Deutschlandreise die Stadt Giengen an der Brenz, gab dort ein eindrucksvolles Konzert und stellte damit die ersten persönlichen Kontakte zwischen Köflach und Giengen her. Das war der Anfang unserer Städtefreundschaft, die sich seither in guten und schlechten Tagen bewährt hat und zur Freude der Bevölkerung von den Bürgermeistern beider Städte, Walter Schmid, Alois Edmayer und den Stadtvätern von Köflach und Giengen 1962 offiziell geschlossen und besiegelt wurde.

… wurde der Hauptschultrakt der neu errichteten Knabenschule fertiggestellt und bezogen. Die Knabenschule Köflach (Volks- und Hauptschule) war das größte seit 1945 errichtete Schulgebäude der Steiermark.

… war bereits im Oktober der erste Bauabschnitt für ein modernes Schulgebäude für die Knaben, die Volksschule, beendet. Im Herbst des Vorjahres wurde mit dem dringenden Bauvorhaben der Stadt begonnen.

... lud Bürgermeister Zach im Fasching „alle Köflacher über 70“ zu einem vergnügten Beisammensein ein, das als Dank für die geleistete Arbeit der Senioren unserer Stadt gedacht war. Sie wurden vom Gemeinderat reichlich bewirtet und eine beliebte Kapelle spielte ihnen zum Tanz auf. Dieser „Ball der Siebzigjährigen“ fand so großen Anklang, dass er in Köflach zur Tradition und in vielen steirischen Orten nachgeahmt wurde.

… konnte im Februar die neue Betonbrücke über den Gradnerbach, die sogenannte „Bohmannbrücke“, auf der stark frequentierten Straße zwischen Köflach und Piber dem Verkehr übergeben werden.

… wurde im Herbst auch ein weiteres dringendes Bauvorhaben der Stadt begonnen: ein modernes Schulgebäude für die Knaben. Im Oktober 1951 war bereits der erste Bauabschnitt, die Volksschule, beendet.

… wurde als erstes Industrieunternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg die Gradenberger Formen- und Maschinenfabrik gegründet.

… am 17. Juni, dem 5. Todestag Dr. Hans Kloepfers, gestaltete die Sing- und Spielgruppe im neuerbauten Festsaal („Bohmannsaal“) eine Feierstunde, die dem Gedenken des Dichterarztes gewidmet war. Zahlreiche Freunde des Dichters aus der ganzen Steiermark und viele Persönlichkeiten des kulturellen Lebens nahmen an dieser Gedenkfeier teil.

… wurden Karlschacht und Rosental zu einem Gemeinschaftsbetrieb vereinigt und der tagbaumäßige Aufschluss der Kohle im Revier II „Tagbau Süd“ begonnen.

… gab es die ersten Fliegeralarme.

… wurde unser fast 800 Jahre alter Markt zur Stadt erhoben. Die geplante Stadterhebungsfeier konnte jedoch nicht stattfinden, weil am 1. September 1939 der Krieg mit Polen und damit der Zweite Weltkrieg ausbrach. Die Industrie musste nun die Produktion auf die Kriegserfordernisse umstellen.

… traten die Bergleute des Karlschacht I vom 5. bis 27. September in einen dreiwöchigen Proteststreik gegen die immer bedrohlicher werdende Arbeitslosigkeit und verlangten die Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Um ihren lebensnotwendigen Forderungen Ausdruck zu verleihen, fuhren sie nach der Schicht am 5. September nicht mehr aus und blieben drei Wochen unter Tag. Die Bevölkerung versorgte die Streikenden, warmes Essen wurde auf „Schleichwegen“ in die Grube gebracht.

… wurde die Köflacher Südmarkbibliothek als zweitälteste und zweitgrößte Südmarkbücherei Österreichs bezeichnet.

… erfolgte am 23. September der Spatenstich zum Bau der „Packer-Höhen-Straße“, einer Kurzverbindung zwischen Graz und Klagenfurt (heute Packer Bundesstraße).

… erfolgte die Umwandlung der beiden Werke Gradenberger Eisenindustrie und Sensenwerke Krenhof in eine Aktiengesellschaft. Die Firma wurde nun „Sensenwerke Krenhof AG“ genannt.

… streikten die Angestellten der Alpine vom 25. Februar bis 12. März. Nach zähen Verhandlungen kam es zu einem Vergleich. Am 12. Mai legten die Arbeiter des gesamten Voitsberg-Köflacher Reviers die Arbeit nieder, mussten sie aber schließlich wieder aufnehmen, ohne etwas erreicht zu haben.

… übergab die Alpine im November ihre neue moderne Förderanlage Karlschacht 2 (in Obergraden) dem Betrieb. Zum Unterschied vom alten Karlschacht war dieser als Tonnlage ausgebaut und mit Gefäßförderung ausgestattet worden. Eine eigene Schleppbahn verband ihn mit der Station Oberdorf I. Der alte Karlschacht wurde außer Betrieb gestellt.

… baute die GKB (Graz-Köflacher-Eisenbahn und Bergbaugesellschaft) eine Kleinbahn mit 60 cm Spurweite, die Kohlen in die Glasfabrik und Kalksteine zum Kalkofen nach Köflach brachte, um den großen Steinbruch in Gradenberg besser ausnützen zu können. Sie wurde 1949 eingestellt.

… trat bald nach dem Auftrieb auf die Stubalm unter den Rindern die Maul- und Klauenseuche in heftiger Form auf. Sie wurde jedoch verheimlicht und nach einer Tanzunterhaltung (mitten im Seuchengebiet) weithin verschleppt. Manche Besitzer trieben ihr Vieh heim und brachten dadurch die Seuche in den Hausstall. Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine, ja sogar das Hochwild wurden von der Seuche ergriffen. In Köflach wurde kein Bauer davon verschont. Mancher verlor den ganzen Viehbestand.

… am 10. November trat die neue Verfassung in Kraft. Österreich wurde eine demokratische Republik und ein Bundesstaat.

… am 15. Mai hatte die erste Wahl in den Landtag und in die Nationalversammlung (an der zum ersten Mal auch Frauen teilnehmen durften) folgendes Ergebnis:

In Köflach (mit Gradenberg, Pichling und Puchbach) erhielten die Sozialdemokraten 1983, die Christlichsozialen 397 und die Großdeutschen 185 Stimmen.

… wurde in Köflach die Freiwillige Rettungsabteilung als Zweig der Freiwilligen Feuerwehr gegründet. Die Ärzte Dr. Hans Kloepfer und Dr. Agathon Seewald wurden eingeladen, als Feuerwehrärzte beizutreten und ein Rettungs- bzw. Sanitätsdienst wurde ins Leben gerufen. Bei Unfällen rückten Arzt und zwei Mann aus, bei Bränden die volle Mannschaft.

… ereignete sich am 24. Juni ein grässliches Unglück. Am Nachmittag explodierten im Mischraum der Pulverfabrik in Puchbach 200 kg Dynamit. Das Pulverwerk „flog in die Luft“. Vier ledige Arbeiter fanden den Tod. Sie wurden „buchstäblich zerrissen“.

… erstrahlte am Silvesterabend um Mitternacht in Wohnungen, in der Pfarrkirche und in den Hauptstraßen das elektrische Licht.

… wurde der interurbane Telefonverkehr eröffnet.

…wurde am 9. August der neu ernannte Dechant Ludwig Stampfer feierlich in sein Amt eingeführt. Er verfasste unter anderem eine Chronik der Pfarre Köflach.

Wurde die Köflacher Bibliothek gegründet, als eine Leihbücherei des Vereins Südmark. Die Leitung übernahm der Lehrer und spätere Bezirksschulinspektor und Regierungsrat Karl Kriegl (1871 – 1958). Er richtete im Magazingebäude des Straußhauses in der Grazerstraße 9 eine kleine Buchausgabe ein. Immer sonntags nach der Messe wurden die Bücher an die Leser ausgehändigt. Erste Zielgruppe war vor allem die gerade aus der Schule entlassene Jugend, aber schon bald zog das Angebot auch Arbeiter aus Bergbau und Industrie an. So wie die anfangs kleine Leserschar wuchsen auch bald die Bestände. Immerhin setzte sich Dr. Hans Kloepfer als Obmann des Vereins Südmark sehr für die Vermehrung der Bücherauswahl ein. Reiseerzählungen, Romane und andere Unterhaltungsliteratur waren am beliebtesten.

… forderte eine epidemisch auftretende Influenza zahlreiche Todesopfer.

… besuchte Kaiser Franz Josef I. auf seiner Reise durch die Steiermark am 6. Juli auch Köflach und Piber.

… ereignete sich am 18. Dezember eine der schwersten Grubenkatastrophen des Köflacher Revieres in der Schafloser Mulde durch „Schlagende Wetter“. 5 Bergleute mussten ihr Leben lassen, drei Familienväter und zwei ledige Knappen. Eine spontane Sammlung erbrachte 727 Gulden für die Hinterbliebenen.

… wurde der „Gräflich-Meransche-Erbstollen“, der spätere „Revierstollen“, erbaut. Die Tagbaue Hasendorf und Mayr-Melnhof förderten nun die Kohle durch diesen Stollen ab. Dadurch verbilligte sich der Transport um 20 Kreuzer per Tonne.

… fand am 3. April die feierliche Eröffnung der Graz-Köflacher-Bahn statt. Die Eisenbahn brachte reges Leben in den einst so stillen Markt. Durch die Erschließung weiter Kohlenfelder und die Anlage moderner Eisenwerke kamen immer mehr Menschen aus nah und fern nach Köflach. 20 Neubauten entstanden im Jahr. In der Bahnhofstraße wurden in den siebziger Jahren die an italienische Vorbilder gemahnenden schönen Häuser erbaut.

… erfolgte am 1. August die Verlegung aller Ämter und Behörden nach Voitsberg.

… am 1. August wurde in Köflach eine Expedition der Fahrpost eingerichtet, die von nun an den Postdienst übernahm.

… waren die Köflacher Bauern infolge der Missernten und des Steuerdruckes „kritisch“ geworden. Sie wollten sich ihrer Untertanenpflicht entledigen, keinen Zehent geben, keine Robot leisten. „Erst nach einigen ausgiebigen Militäreinquartierungen krochen sie zu Kreuz“, heißt es in der Chronik.

… hatte der Krieg mit Napoleon enorm viel Geld verschlungen und die Kriegsentschädigung an Frankreich betrug 75 Millionen Gulden. Daher erließ der Kaiser das „Finanzpatent“, das den Staatsbankrott bedeutete. Über Nacht fielen die „Bancozettel“ auf ein Fünftel ihres Wertes.

Über diese traurige Tatsache dürfte auch der Wein des Jahrganges 1811 die Köflacher nicht hinweggetröstet haben, obwohl es der beste Wein war, der jemals in unserer Gegend geerntet wurde. Während der Lesezeit stand ein Komet am Himmel, darum nannte man ihn „Kometenwein.

herrschte im Herbst im ganzen Bezirk Voitsberg wieder große, aber freudige Aufregung: Kaiser Franz I. und seine Gemahlin beabsichtigten, über die Pack und Köflach nach Graz zu reisen. Da die Straßen von der Höhe bis ins Tal durch Regengüsse arg zerstört waren, musste innerhalb von 8 Tagen und mit Hilfe von Soldaten eine „erträgliche Fahrbahn“ geschaffen werden. Im alten „herrschaftlichen Schlössl“ nahm das Herrscherpaar ein einfaches Mittagessen ein und fuhr mit frischen Pferden erst nach Lankowitz, dann über Köflach und Voitsberg weiter nach Graz.

Dies war für längere Zeit das letzte große Ereignis im Bezirk. Nun kamen die sieben mageren Jahre für Köflach und das ganze Kainachtal.

… suchten die Franzosen, die 1797, 1800, 1805 und 1809 in die Steiermark einfielen und hier übel hausten, Köflach nicht heim. Doch versetzte die Nachricht, dass am 24. Juni 1809 Marschall Marmont mit 6000 Mann die steirische Grenze auf der Pack überschritten habe, die Bewohner in Angst und Schrecken. Glücklicherweise erfolgte keine Einquartierung. Die Franzosen zogen nach Graz weiter.

… richtete ein Köflacher Bürger eine wöchentliche Botenfahrt nach Graz zur Beförderung von Personen und Übernahme von Aufträgen ein. (Ob sich der sogenannte „Grazer Bote“ auch mit der Beförderung von Briefen befasst hatte, ist nicht erwiesen). Einige Jahre später geriet er unter die Räder seines Wagens und starb. „Damit war Köflach seiner ersten Post verlustig.“

… gelangten die Köflacher Revier-Bergbaue in den Besitz von Matthäus und Josef Tunner und Bernhard Großauer. Die Besitzer verwendeten die Kohle meist in den eigenen Sensen- und Werkzeugschmieden, ein Teil ging an das Alaunwerk in Tregist.

… erwarb nach mehrmaligem Besitzwechsel der Nagelschmied Georg Großauer das alte Hammerwerk. Nach ihm war sein Schwiegersohn Josef Tunner aus Deutsch-Feistritz hier Hammerherr. Das Werk hieß von nun an „Tunnerhammer“.

… am 18. Dezember nahm der Abt den von Voitsberg angebotenen Vergleich nicht an, und so gingen die Beschwerden hüben und drüben, die Konflikte und „Vexationen“ (Beschlagnahme von Handelswaren) wieder weiter.

… wandte sich der Abt von St. Lamprecht mit einer Bittschrift an Kaiser Leopold I., der am 24. Jänner 1699 die Marktrechte von Köflach „ausdrücklich“ bestätigte, da die Klagen der Köflacher Bürger über die drückende landesfürstliche Maut nicht verstummten und die Übergriffe der Voitsberger Stadtväter endlose Prozesse nach sich zogen.

… ging die allgemeine Kritik dahin, als der Rohbau fertig war, dass „das Gotteshaus für Köflach viel zu groß, zu prächtig und zu teuer“ wäre. Darüber verärgert, überließ Cyprian Sciassia seinem Bruder Domenico die Vollendung des Baues. Höchstwahrscheinlich diente die „Lambertikapelle“, die heutige Kriegergedenkstätte, als Ersatzkirche bis zur Konsekration des neuen Gotteshauses.

… wurde die Köflacher Kirche von einem Blitz getroffen und „schwer erschüttert und arg verwüstet“. Die neue Kirche wurde 1643 bis 1649 unter der Leitung der Brüder Domenico und Cyprian Sciassia errichtet. Der Kirchturm blieb vom Brand nach dem Blitzeinschlag verschont und wurde in die neue Kirche integriert.

… wütete der „Schwarze Tod“ in Köflach und hielt reiche Ernte. Der heutige Ortsteil Pichling soll damals fast entvölkert worden sein. Der Pestfriedhof aus jener Zeit soll sich auf dem Weg zwischen Hasendorf und Pichling befunden haben. Daran erinnerte die im Laufe der Zeit in Vergessenheit geratene Bezeichnung eines Feldes als „Friedhofsacker“.

1640 wurde auch die Rinderpest eingeschleppt. Ein großes Viehsterben, dem die Leute wehrlos gegenüberstanden, setzte ein. Der sonst so fröhlichen Bevölkerung bemächtigte sich damals „eine gar arge Verzagtheit“.

… brachte eine Missernte große Hungersnot. Die Leute mussten ihr Brot aus Baumrinde und Eicheln backen.

… bestanden in Köflach schon sechs Mühlen, drei Tavernen, zwei Schmieden und mehrere Kürschner neben den für den täglichen Gebrauch wirkenden Handwerkern wie: Fleischhauer, Bäcker, Schuster, Weber u.a. Man zählte 59 Besitzungen (samt dem Pfarrhof).

… wurde die Steiermark von 2 Haberschreckh, Türken und Pestilenz“ heimgesucht. Bei uns dürfte jedoch nur die Pest ihre Opfer gefordert haben. Dass die Heuschrecken „groß wie Meisen und Zeisige“ auf ihren Zügen auch die Fluren um Köflach kahlgefressen hätten, wird uns nicht berichtet.

Im Hochsommer gab es Türkenalarm, als diese mit „einem ungeheuren Heer“ aus Kärnten über Obdach in die Steiermark eindrangen und „ganz gottserbärmlich“ wüteten. Sie kamen aber nur bis Pack, wo sie am Laurenzi-Abend (10. August) „das Kirchlein, dessen Schätze und den Weiler verbrannten und die ganze Gemeinde erschlugen oder wegführten“. Die Türken zogen dann nicht nach Graz, sondern über die Almen nach Knittelfeld weiter. Die Köflacher waren wohl tagelang „in Angst und banger Sorge“, blieben aber – auch weiterhin – von den Türken verschont.

… wenige Monate nach dem Huldbeweis in Lankowitz verlor Andrä von Greißenegg die Gunst seines Kaisers. Als Freund des aufrührerischen Ritters Andreas Baumkirchner wurde er des Hochverrates beschuldigt und ohne Gelegenheit, sich zu verteidigen, am 24. April 1471 „als sich der Tag wollt scheiden“ – wahrscheinlich unschuldig – hingerichtet. Mit ihm starb auch sein Freund Baumkirchner in Graz den Tod durch das Schwert.

… erhob Kaiser Friedrich III auf Bitten „seines lieben und getreuen Ritters Andrä von Greißenegg“, als er sich im Franziskanerkloster in Lankowitz aufhielt, „das Dorf(?) Köflach mitsamt dem Örtlein Weyern von neuem zu einem Markt und erteilte den Bewohnern desselben das Markt- und Bürgerrecht mit einem Wochenmarkt am Samstag und zwei Jahrmärkten, der eine am Magdalenentage, der andere am Kirchweihtage mit aufgerichteter Freyung, 14 Tage vorher und 14 Tage nachher“. Da diese Marktfreiheit nur in einer Kopie vorlag, wurde ihre Echtheit immer wieder bestritten, solange die Urschrift nicht beigebracht werden konnte, und der Streit um Standgeld, Mautrecht und Weinfürfahrt ging zwischen dem „herrschaftlichen Markt“ d.h. dem Kloster St. Lambrecht angehörigen Köflach und der landesfürstlichen Stadt Voitsberg weiter.

… erhielt Andrä von Greißenegg und Lankowitz von Kaiser Friedrich III. die Bewilligung, „eysenerz im Pybertale und in der Sale“ zu gewinnen. Daher siedelten sich schon im Mittelalter Hammerschmiede im Sallatal an, und die Schmiedefeuer glühten entlang des Sallabaches, zumal in dieser waldreichen Gegend kein Mangel an der benötigten Holzkohle zu befürchten war. Noch vor einigen Jahren waren Häuserruinen und verfallene Radstuben Zeugen einstigen Fleißes

… gliederte Friedrich I. den heutigen Bezirk Voitsberg dem neuen Herzogtum Steiermark (Styriae) ein.

… am 3. März erteilte Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Friesach dem Abt Wernher von St. Lambrecht das Recht, „in seinem Dorfe Chovelach mit dem Weiler Weyern nach eigenem Gutdünken und zum Vorteil der Kirche einen Markt zu errichten mit beliebigen Freiheiten.“ Dies lässt darauf schließen, dass „Chovelach“ einen nicht unbedeutenden Siedlungskern besaß.

… begabte Herzog Heinrich von Kärnten das Stift St. Lambrecht „mit allen Rechten im Pybertal“. Durch die Schenkung der ausgedehnten Besitzungen wurde auch das Dorf „Chovelach“ dem Stift „zugehörig und untertan“. Piber wurde zum Zentrum der Grundherrschaft.

Auszüge aus Köflach von Erika Iberer, erschienen im Verlag für Sammler, Graz, 1992.